Dezember 2023

Monatskommentar green benefit Global Impact Fund

Im Dezember verzeichnete der Fonds zum zweiten Mal in Folge einen Gewinn mit einem Anstieg des Fondspreises um 10,14 %. Die Mitteilungen der Notenbanken über das mögliche Ende des Zinserhöhungszyklus trugen zur Stabilisierung der Aktienmärkte bei. Gleichzeitig stieg die Wahrscheinlichkeit eines Rückgangs der Inflation im nächsten Jahr. Insgesamt war es ein versöhnlicher Jahresabschluss für die Standardmärkte, und auch die Clean-Tech-Aktien konnten sich stabilisieren. Obwohl 2023 für Small-Cap-Aktien insgesamt herausfordernd war, blicken wir optimistisch auf die Zukunftsthemen Solar, Wasserstoff und E-Mobilität im kommenden Jahr.

Die Entwicklung im Dezember zeigt ein deutliches Bild

Von den 29 Werten im Portfolio konnten im Dezember 22 einen Gewinn erzielen und 7 Werte verbuchten Verlustbeiträge. Die Gewinne erstreckten sich über alle drei Hauptsektoren. Am meisten ansteigen konnten Werte wie Maxeon Solar, Wolfspeed und Canadian Solar. Weitere Gewinner waren QuantumScape, JinkoSolar, Plug Power, Enphase Energy, Fuelcell Energy, PowerCell Sweden, Hexagon Purus und Aumann. Hyzon Motors, der letzten Monat noch zu den besten gehörte, war der schwächste Wert. Weitere Unternehmen wie SFC Energy, Enapter und Meyer Burger verbuchten leichte Verluste. Wir haben eine Aktienquote von 100 Prozent beibehalten.

Sehen wir 2024 einen Neustart bei Wasserstoff?        

Die Wasserstoff-Aktien erlebten 2023 einen deutlichen Rückgang. Dies resultierte vor allem aus Verzögerungen beim Hochfahren der Wasserstoffwirtschaft und überhöhten Markterwartungen an die Geschwindigkeit, mit der echte Umsätze und Gewinne generiert werden sollten. Wir betrachten das Wasserstoffthema weiterhin als einen Marathon, nicht als einen Sprint. Zum Abschluss des Jahres 2023 gab es jedoch einige positive Entwicklungen bei Wasserstoffunternehmen, was zumindest einen Lichtblick für den Start in das Jahr 2024 darstellt.

Partnerschaften für Pure-Player essenziell, Enapter baut Geschäftsbeziehungen aus und stärkt Cash

Ende Dezember verzeichnete Enapter einen bedeutenden Fortschritt, der sowohl die Liquidität stärkte als auch das Potenzial hatte, das Orderbuch weiter zu füllen. Durch die Nutzung von AEM-Elektrolyseuren strebt das Unternehmen an, das Beste aus PEM- und Alkaline-Elektrolyseuren zu kombinieren, um kostengünstige und skalierbare Methoden für die Produktion von grünem Wasserstoff zu entwickeln. Durch einen exklusiven Vertriebsvertrag mit der Solar Invest International SE aus Luxemburg, hat Enapter nicht nur eine exklusive Partnerschaft etabliert, sondern auch seinem Partner eine Vertriebslizenz für die USA erteilt, wodurch sofort 25 Mio. Euro an frischem Kapital generiert wurden. Die Umsetzung dieser Strategie zur Bildung internationaler Partnerschaften signalisiert einen wichtigen Schritt für diesen Pure-Player. Enapter hat bereits Kunden in Deutschland, Südkorea, den Niederlanden, China und Kanada. Die Umsätze entwickelten sich seit 2020 kontinuierlich und verdoppelten sich beispielsweise im Jahr 2023. Zusätzlich erhielt das Unternehmen Ende 2023 weitere 10 Mio. Euro in bar von einem großen Investor in Form einer Anleihe, was die finanzielle Basis für zukünftige Vorhaben weiter stärkte.

Thyssenkrupp nucera mit deutlicher Wachstumsdynamik

Für das kommende Geschäftsjahr 2023/2024 prognostiziert Thyssenkrupp nucera ein deutliches Umsatzwachstum im mittleren zweistelligen Prozentbereich im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/2023. Dieses Wachstum wird hauptsächlich durch die Abwicklung bereits vertraglich festgelegter Projekte vorangetrieben. Aufgrund der erforderlichen Anlaufkosten für die Umsetzung der Wachstumsstrategie und der Skalierung des alkalischen Elektrolyseur-Geschäfts zur langfristigen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Rentabilität, wird ein Verlust im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erwartet. Dieser Schritt zielt darauf ab, von der erwarteten Vervielfachung des Marktvolumens in den kommenden Jahren zu profitieren.

Plug Power mit Lichtblick zum Jahresende mit Auftrag von Amazon

Plug Power praktiziert einen Weg hoher Skalierung, jedoch geht dies mit einem erheblichen Cash-Verbrauch einher. Zuletzt verzeichnete das Unternehmen erhöhte Verluste, da es Wasserstoff zu exorbitanten Preisen am freien Markt erwerben musste, um seinen Lieferverpflichtungen gegenüber großen Kunden in den USA nachzukommen. Diese Kunden setzen umfassend auf Gabelstapler, die mit Plug Power-Brennstoffzellen betrieben werden und über eine von Plug Power bereitgestellte H2-Lager- und Betankungsstruktur den garantierten Wasserstoff zu festen Preisen erhalten. Hierbei konnte sich Plug Power prominente Partner sichern, angefangen bei Amazon über andere wichtige Akteure wie Home Depot bis hin zu Walmart. Die hohen Wasserstoffbeschaffungspreise sind zwar eine Herausforderung, doch die Eigenproduktion von Wasserstoff durch das im Aufbau befindliche US-weite Wasserstoffproduktionsnetzwerk von Plug Power wird als zukünftige Erfolgsquelle betrachtet.

Ende 2023 verkündete Plug Power den Abschluss der Installation und Inbetriebnahme eines Protonenaustauschmembran-Elektrolyseursystems in einem Amazon Fulfillment-Zentrum in Aurora, Colorado (USA). Dieser Elektrolyseur mit einer Leistung von einem Megawatt ist der erste seiner Art für Amazon und produziert kohlenstoffarmen Wasserstoff, um 225 wasserstoffbetriebene Gabelstapler direkt vor Ort zu betreiben. Das Vorhaben ist ein wichtiger Meilenstein für beide Partner, insbesondere angesichts von Amazons Ziel, bis 2040 CO2-neutral zu sein und Wasserstoff als entscheidendes Instrument dafür anzusehen. Bis dato hat Plug Power gemeinsam mit Amazon mehr als 17.000 Brennstoffzellen in über 80 Fulfillment-Zentren in Nordamerika eingesetzt. An den meisten dieser Standorte wurde der Wasserstoff extern produziert und geliefert, doch diese Dynamik ändert sich nun durch den Meilenstein der lokalen Wasserstoffproduktion vor Ort.

Hexagon Purus mit Großauftrag zum Jahresende

Hexagon Purus, der weltweit führende Anbieter von Hochdruckbehältern und -systemen für Wasserstoff, verzeichnet ein dynamisches Wachstum. Am letzten Handelstag 2023 teilte Hexagon Purus mit, dass eine Rahmenvereinbarung für Wasserstoff-Verteilungssysteme mit einem führenden europäischen grünen Wasserstoff-Produzenten verlängert wurde, und zwar für das gesamte Kalenderjahr 2024. Die Entscheidung wurde getroffen aufgrund einer hohen Nachfrage seitens der Kunden, und es zeigt sich ein Trend zur Sicherung zukünftiger Umsätze durch den Abschluss langfristiger Rahmenverträge.

dynaCERT mit verstärktem Interesse an seiner Technologie als Übergangslösung

Dynacert verzeichnete kürzlich ein erhebliches Interesse an seinen Wasserstofflösungen. Da der Hochlauf von reinen Wasserstoff-LKW sich verzögert, rückt die Technologie zur Optimierung bestehender Diesel-LKW wieder stärker in den Fokus. Dies führt nicht nur zur Reduzierung der CO2-Emissionen, sondern ermöglicht auch Kraftstoffeinsparungen, wodurch sich die Kosten bereits nach einem Jahr amortisieren können. Um die Leistungsfähigkeit seiner Wasserstoff-Technologie zu demonstrieren, stattet Dynacert ein Team bei der Rallye Dakar Classic aus. Aufgrund der neuen Aufträge wird erwartet, dass der Umsatz von Dynacert im Jahr 2024 endlich deutlich anzieht. Zudem konnten 3,8 Mio. CAD an neuem Bargeld beschafft werden, was für die Umsetzung der Aufträge entscheidend ist.

Manfred Wiegel

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Matthias Neymeyer ist Wholesale Relationship Manager bei der Greiff capital management AG und betreut die Region Süddeutschland. Nach seiner Ausbildung zum Finanzassistenten bei der Volksbank Freiburg eG war der Diplom-Bankbetriebswirt (ADG) zunächst als Servicekundenberater und nach einem Wechsel zur Volksbank Breisgau Süd eG als Privatkundenberater tätig. Zuletzt agierte Matthias Neymeyer mehr als vier Jahre erfolgreich als Vermögensmanager im Private Banking der Volksbank Breisgau Süd eG.

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