August 2025

Monatskommentar Keynote Spin-Off Fund

Die globalen Aktienmärkte bewegten sich im August per Saldo seitwärts. Der MSCI World Net Total Return Index legte um 0,33 % zu, der MSCI World SMID Cap Net Total Return Index um 1,36 %. Nach den starken Avancen im Juli gab der Keynote – Spin-Off Fund (KSOF) im Berichtsmonat 0,53 % ab (alle Angaben in EUR).

Die Unternehmensgewinne im zweiten Quartal fielen deutlich besser aus als erwartet. Überdurchschnittlich viele Firmen übertrafen die Umsatz- und Gewinnprognosen. Doch hinter den aggregierten Zahlen zeigt sich ein differenzierteres Bild: Das Gewinnwachstum wurde maßgeblich von wenigen Sektoren getragen – insbesondere von Big Tech und Finanzwerten, die den Rest des Marktes deutlich hinter sich ließen. Gleichzeitig belasteten das nachlassende Wirtschaftswachstum und zollbedingte Mehrkosten zahlreiche Unternehmen. Besonders unter Druck standen Automobil- und Chemiehersteller, Produzenten langlebiger Konsumgüter, Maschinenbauunternehmen sowie der Einzelhandel.

Vor diesem Hintergrund kam das Urteil des US-Berufungsgerichts Ende August zur rechten Zeit: Es erklärte einen Großteil der von Präsident Trump eingeführten Zölle für rechtswidrig (Hintergrund siehe Marktkommentar vom April). Allerdings bleiben die Zölle bis Mitte Oktober in Kraft, um den Parteien eine Berufung vor dem Supreme Court zu ermöglichen. Diese juristische Unsicherheit trifft nun auf typische Belastungsfaktoren der Monate September und Oktober – darunter die fiskalische Unsicherheit rund um das Ende des US-Haushaltsjahres am 30. September, der Streit um den geldpolitischen Kurs der FED, ausbleibende Aktienrückkäufe in der Blackout-Phase sowie eine insgesamt geringe Marktliquidität.

Sollte der Oberste Gerichtshof die Zölle gemäß IEEPA für unzulässig erklären, müsste die US-Regierung Rückzahlungen in Höhe von bis zu 170 Mrd. USD leisten – ein potenzieller Konjunkturimpuls für die Unternehmenslandschaft noch vor Jahresende. Neben KI und Re-Shoring rückt parallel das Thema Wohnen als zentrales Wahlkampfthema der Trump-Regierung vor den Midterms 2026 in den Fokus. Geplant sind Maßnahmen zur Senkung der Hypothekenzinsen, etwa durch Deregulierung, eine Ausweitung der Aktivitäten staatsnaher Hypothekenfinanzierer am MBS-Markt (hypothekenbesicherte Wertpapiere) oder sogar eine Notstandserklärung zur Wohnungsnot. In Kombination mit wahrscheinlichen Zinssenkungen ergibt sich daraus ein potenziell explosiver Cocktail für ein «Melt-Up»-Szenario an den Aktienmärkten, weshalb die Devise weiterhin lauten dürfte: «Buy the Dip».

Die Performance des Fonds wurde negativ beeinflusst durch Coherent (-0,79 %), Bellring Brands (-0,78 %) und ESAB (-0,75 %). Obwohl Coherent ein starkes Zahlenset vorlegte (Umsatz +23 %, Non-GAAP-EPS-Wachstum von 191 %), reagierte der Markt nach den kräftigen Kurssteigerungen der Vormonate negativ. Wir werten dies als typischen «Sell on Good News»-Effekt, denn die langfristige Story ist intakt – insbesondere im KI-Datacenter-Segment. Zusätzlich wird die Portfolio-Optimierung vorangetrieben, inklusive der Veräußerung des Aerospace-&-Defense-Geschäfts. Die Aktien von Bellring Brands werden derzeit belastet, weil Einzelhändler ihre Lagerbestände reduzieren. Hier handelt es sich um ein zyklisches Phänomen, das wohl bereits im kommenden Quartal enden dürfte. Das langfristige Wachstum von Bellring Brands wird dadurch lediglich verschleiert, denn das Unternehmen gewinnt weiterhin Marktanteile in der Kategorie trinkfertiger Proteinprodukte. Die Quartalsergebnisse von ESAB stufen wir ebenfalls in die Kategorie «Panne» ein: Free-Cash-Flow und GAAP-Ergebnis waren rückläufig, gleichzeitig hob das Management die Guidance für das Gesamtjahr 2025 an – sowohl für das Kernumsatzwachstum als auch für die Kern-EBITDA- und EPS-Ziele.

Positive Performancebeiträge lieferten im August CompoSecure (+1,41 %), eine unveröffentlichte Position aus dem Health-Care-Sektor (+0,86 %), die sich noch im Aufbau befindet, sowie Resolute Holdings Management (+0,54 %). CompoSecure verzeichnete im zweiten Quartal 2025 ein starkes operatives Momentum: Umsatz (+10 %) und EBITDA (+26 %) legten im Jahresvergleich deutlich zu, die Bruttomarge verbesserte sich von 51,6 % auf 57,5 % signifikant, und auch Liquidität sowie Bilanzkennzahlen entwickelten sich robuster. Es wurden mehrere prominente Kundenprogramme gestartet, darunter mit Chase Sapphire Reserve, Crypto.com und Gemini, sowie die Einführung der Coinbase One Card (erste Krypto-Karte im AmEx-Netzwerk). Resolute Holdings profitierte unmittelbar vom starken Momentum der ehemaligen Muttergesellschaft CompoSecure. Die verbesserte Profitabilität, höhere Margen und eine wachsende Kundenbasis bei CompoSecure sichern Resolute stabile Managementgebühren und eine attraktive Ertragsbasis. Potenzielle M&A-Aktivitäten dürften bis Jahresende anstehen.

Fazit: Die Märkte befinden sich auf Rekordniveau, doch in einem Umfeld schwächerer Konjunktur und steigenden Margendrucks gewinnen Effizienz und Profitabilität an Bedeutung. Spin-Offs bieten gezielte, unternehmensspezifische Katalysatoren, die abseits der breiten Aktienmärkte attraktive Chancen eröffnen – etwa durch klare strategische Fokussierung, bessere Unternehmensführung und daraus resultierende Margensteigerungen und Neubewertungspotenzial. Sie verbinden Value, Qualität und Wachstum bei gleichzeitig oft geringerer Zyklizität und niedrigerer Korrelation zum Gesamtmarkt.


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Matthias Neymeyer ist Head of Sales bei der Greiff capital management AG. In dieser Position verantwortet er die Vertriebserfolge der Greiff-eigenen Fonds wie auch der PartnerLOUNGE Fonds und leitet das Sales-Team. Nach seiner Ausbildung zum Finanzassistenten bei der Volksbank Freiburg eG war der Diplom Bankbetriebswirt (ADG) zunächst als Service- und Privatkundenberater tätig, gefolgt von 4 Jahren erfolgreicher Tätigkeit als Vermögensmanager im Private Banking der Volksbank Breisgau Markgräflerland eG. Vor seiner Ernennung zur Führungskraft ist er über 6 Jahre lang als Relationship Manager Wholesale für Süddeutschland bei der Greiff capital management AG tätig gewesen.

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Andreas Kaiser ist Wholesale Relationship Manager bei der Greiff capital management AG. Nach seiner Ausbildung zum Finanzassistenten bei der Commerzbank AG in Karlsruhe war der Bankfachwirt acht Jahre im Retailbanking tätig. Zuletzt agierte Andreas Kaiser mehr als sechs Jahre erfolgreich als Relationship Manager im Wealth Management der Commerzbank in Baden-Baden.

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